Es schreibt Heidi Hinrichsen, staatlich zertifizierte Mediatorin, Trainerin

 

Die Liebe feiern
Was uns hilft in tiefe Verbindung zu kommen


Hand in Hand laufen wir barfuß durch den Herbstwald, über viele Steine, die uns an den Füßen piksen. Das Laub leuchtet bunt in der herbstlichen Luft, sogar die Sonne lässt sich ab und zu blicken, trotz gegenteiligem Wetterbericht. Unterwegs pflücken wir Blumen am Wegesrand, für einen bunten Strauß, für´s Knopfloch von Christian und für meine Haare.
Wir sind auf dem Weg zu unserer Hochzeit.

Ungefähr 2 Stunden später geben wir uns im Standesamt das Ja-Wort und unser Eheversprechen.

Ein paar Tage vorher:

„Ach Christian, wann endlich wollen wir denn unser Eheversprechen vorbereiten?“ Das mit dem Eheversprechen war seine Idee, als es darum ging, unsere Hochzeit zu planen. Ich merke meine Ungeduld – worum geht es mir dabei? Naja ich will einen Schritt vorankommen. Und ja ich habe große Lust, eine gemeinsame Vorbereitungszeit zu erleben.

Und Christian?
„Hey Schatz ich bin grad mitten in der Arbeit. Ich hab echt keinen Kopf für dieses Gespräch. Ich mag grad wirklich den Fokus halten. Lass uns doch einen Termin machen, oder?“

An einem Samstagabend, 5 Tage vor unserer Hochzeit, ist es dann so weit

Wir überlegen – Wie wäre es, wenn wir uns über Bedürfnisse einstimmen, die uns in unserer Beziehung wichtig sind?

Wir machen Brainstorming und sammeln.
Dann fangen wir an, uns über Bedürfnisse wie Weiterentwicklung, gemeinsame Paarzeit, Nähe usw. auszutauschen. 

Wir spüren nach:  
Auf einer Skala von 0 – 10; wo stehen wir gerade und wo wollen wir hin, alleine und in der Beziehung?

Nicht bei jedem Bedürfnis ist bei mir die 10, das was ich anstrebe. Z.B. Nähe … ab wann ist Nähe selbst mir zu viel … ich gebe eine 7 und Christian eine 5. Das gibt viel Stoff für Austausch. Wir machen eine Bedürfnis-Dyade zu Nähe. JedE hat 5 Minuten Zeit frei zu assoziieren, was für sie/ihn Nähe ist. Ich lerne, dass Christian Vertrautheit, Geborgenheit von Nähe differenziert.

Jetzt beim Schreiben bin ich tief berührt und erlebe die dabei entstehende Verbindung noch einmal.
Wow, gemeinsam stellen wir fest, dass es bei den meisten Bedürfnissen große Übereinstimmung gibt, bei wenigen Bedürfnissen ist der Unterschied größer. Erste Formulierungen entstehen – Vorfreude.

Das alles dauert ein paar Stunden, wir werden müde, es wird uns einerseits schwer, gleichzeitig gibt es uns Orientierung, Klarheit und ganz viel tiefe Verbindung.

Wir entscheiden: wir wollen ausgeschlafen sein, wollen das in Ruhe machen.

Und so geht es am Sonntagfrüh weiter – Michel ist bei seinem Papa, und wir nehmen uns viel Zeit, nur für uns beide.
Mit neuem Elan lassen wir die Bedürfnisse liegen – Zweck erfüllt, wir sind in dem Raum der Vorfreude und tiefen Verbindung angekommen, um mit Visionen weiterzumachen.

Auch da lieben wir die Form einer Dyade, jedE von uns assoziiert frei und ohne Unterbrechung, diesmal für 10 Minuten je Frage:

  • Wo stehen wir in einem halben Jahr?
  • Wo stehen wir in 5 Jahren?
  • Wo stehen wir in 10 Jahren und darüber hinaus?

Kommen darüber zu unserer Kennenlerngeschichte, tauchen wieder ein in die bunte Welt der Gefühle. Ich mag das hier mit Dir teilen:

Unser erster schriftlicher Austausch wird in Erinnerung lebendig, die erste Begegnung online (Vertrautheit war erfüllt), der erste intensivere Austausch online.

Bei uns, so erlebte ich das, zog sich ein Muster durch:
Wir trafen uns, um über ein Thema zu diskutieren, und daraus entstand ein wunderschönes Gespräch, in dem wir uns erzählten, wie wir aufwuchsen, wie es in unserer Jugend war, was uns bewegt hat. Es war ein Kennenlernen auf einer tiefen Ebene.

Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir eigentlich über die Maßnahmen zum Schutz vor dem Corona Virus reden wollten. Stattdessen erzählte Christian mir von seiner Kindheit, von seinen Eltern. Ich war tief berührt, Verbindung war erfüllt.

Ein paar Monate später, wir sind noch kein Paar, fragt mich Christian, ob ich mit ihm Webinare anbieten möchte, mit ihm zusammenarbeiten möchte. Ich sage zum ersten Mal ja. Erst ein Webinar für Eltern, dann auch für Paare. Eine wunderschöne Zusammenarbeit entsteht. Ich erlebe Sinnhaftigkeit und Freude.

Auch heute noch spüre ich das Prickeln in mir, wenn ich daran denke, wie die Idee für ein Paarseminar entsteht. Das, was mir die GFK in meiner langjährigen Beziehung an Qualität geschenkt hat, möchte ich so unendlich gerne an andere Paare weitergeben. Ich bin so begeistert, brenne dafür und möchte das gerne auch anbieten und kann mir das nur gemeinsam mit Christian vorstellen. 

Und er sagt ja zum Paarseminar.
Kurz darauf verliebe ich mich in Christan 

Kurz darauf verliebe ich mich in Christan (mein erster „Magic Moment“ mit ihm) – zunächst heimlich, da ich keine Ahnung habe, wo er steht, was er mit seinem „Ich mag Dich“ meint. Mich auf jeden Fall verwirrt das. 

Eigentlich wüsste ich so gerne, was er für mich empfindet, und gleichzeitig habe ich ein wenig Angst, vor einem Ende von diesem tollen Gefühl – mir ist Zugehörigkeit sehr wichtig. Was, wenn es bei ihm anders ist als bei mir? Begegnen wir uns dann nicht mehr? Mag er dann unsere Zusammenarbeit abbrechen?

Jedes weitere Zoom Treffen, welches wir zum Planen unserer Zusammenarbeit haben, findet ein weiteres vertieftes Kennenlernen statt. 

Es folgen berührende Momente, tiefer Austausch, Verbindung, Lebendigkeit, gemeinsame Freude und auch der ein oder andere Konflikt.

In mir die wachsende Neugierde:
Was empfindet Christian wohl für mich? Seine Nachrichten kann ich nur interpretieren und möchte so gerne Klarheit.

Dann, am 02. Februar 2020, erfahre ich, dass es bei ihm Liebe ist. Ich bin geflasht, berührt.

Im weiteren Gespräch, immer noch online, entscheiden wir uns, dass wir in einer Beziehung leben möchten. Noch haben wir keine Ahnung, wie das genau aussehen kann, zwischen Untermeitingen und Bodenseeraum. Uns ist auf jeden Fall klar: wir wollen es beide, uns beiden ist Beständigkeit wichtig, Dranbleiben, eine gemeinsame Vision. 

Wir sagen beide dazu ja.

Wenige Tage später dann unsere erste Begegnung. Für mich auch heute noch DER „Magic Moment“. 

Ich erinnere mich an meine Aufregung vorher.
Allein die Frage: „wo wollen wir uns treffen?“ beschäftigte mich lange. 

Meine inneren Anteile, von denen der eine sagte: auf keinen Fall bei ihm! Neutraler Ort. Das ist alles viel zu schnell! (Schutz, Sicherheit)
Und der andere Anteil sagte: Ich will ihm nah sein, will ihn spüren. (Nähe, Kontakt).

Die Frage: „was ziehe ich an?“ (meine Freundin, ich nenne sie hier mal Sylvia: auf keinen Fall Wollsocken – ich zog sie dennoch an, und yeah, es hat Christian nicht abgeschreckt 😊).

Ich fuhr also aufgeregt nach Untermeitingen. Warte unten vor Christians Wohnung auf ihn (dieses erste Mal war ich nämlich pünktlich, nicht gerade meine Stärke). Wir sehen uns das erste Mal live. 

In einer ersten Umarmung fällt viel von meiner Aufregung von mir ab – es ist, als würden wir uns schon ewig kennen, ich erlebe es total vertraut. Der erste Spaziergang – sehr weit sind wir an dem Tag nicht gekommen, da wir immer wieder stehenbleiben, um endlich die Nähe auch körperlich zu spüren, die wir sonst „nur“ online erlebt haben.

 

Wenige Wochen später kam dann der erste Heiratsantrag.

 

  • What – ist er verrückt?
  • Zusammenbleiben will ich ja mit ihm –
  • aber dazu muss ich ja nicht heiraten?

Wir finden Formen, wie wir „Hoch Zeit“ und unsere Liebe feiern:
inmitten von blauen Glasflaschen im Kreis aufgestellt, versprechen wir uns, zusammenzubleiben. Nachbar Paul ist unser Zeuge.

Später hat einer von uns (war es Christian oder ich?) die Idee, Ringe selber zu schmieden, als Zeichen unserer Liebe. Wir machen einen Termin in der Goldschmiede aus – ich betone, dass es keine Trauringe werden, „na Partnerschaftsringe halt“.

Bis wir den Termin zum Schmieden haben, habe ich dann den x-ten Heiratsantrag mit Ja beantwortet, wir sind zusammengezogen und unsere Angebote haben auch live stattgefunden.

Wir nehmen uns einen ganzen Tag, um unsere – inzwischen ist klar - Trauringe zu schmieden. Es ist ein besonderer Tag – wir wollen danach die Ringe auf jeden Fall in unserem Alltag haben. Ein Remembering der besonderen Art, Symbol für Liebe und Verbindung.

Als weitere „Magic Moments“ erinnere ich mich an einige Bedürfnis-Dyaden, oft bei einem Spaziergang. Zum Beispiel die Frage: was ist für Dich Beziehung? Was ist für Dich Treue? Für mich war und ist das ein tiefes Kennenlernen, Austausch, neugierig sein aufeinander, sich gegenseitig berühren lassen.

Neben unseren Visionen tauchen bei unserem Gespräch am Sonntag vor der Hochzeit also zahlreiche „Magic Moments“ auf. Es sind Momente voller Wärme und Liebe, Nähe, Verbundenheit, emotionaler Intimität.
Und uns ist beiden klar: das wollen wir öfter in unserer Beziehung miteinander zelebrieren.

Ab und zu schauen:

 

  • Wo wollen wir hin im Leben?
  • Welche „Magic Moments“ gab es in unserem Leben?
  • Die Liebe feiern mit Aktivitäten, die uns beiden guttun.
  • Immer mal wieder eine Hoch-Zeit feiern
  • Die Liebe lebendig halten
  • Immer wieder an unsere standesamtliche Hochzeit denken
  • Das „ja ich will“ immer wieder spüren.
  • Schauen, wie es für uns beide passt.

Und falls Du nun denkst: menno wo bleiben die Konflikte?
Genau das ist die Qualität in unserer Beziehung, die ich inzwischen sehr schätze: Konflikte sind eine tolle Möglichkeit, mich selbst und auch mein Gegenüber immer tiefer kennenzulernen.

Zu wissen:
hey das können wir jetzt sicher nicht mehr gut besprechen, da wir beide müde sind. Und es wird eine Zeit kommen, wo wir das miteinander besprechen können.

Im Vertrauen sein:
Und wenn bei oder nach diesem Konflikt keine Gelegenheit für ein Gespräch sein sollte: es kommt ganz sicher ein nächster Konflikt, wo wir uns das anschauen können.

Vielleicht komme ich ja immer öfter dahin, wirklich zu sagen: Konflikte sind geil.
Und bis dahin immer mal wieder die Liebe feiern. „JA, ich will!“

Jetzt wieder ein paar Tage später beim Standesamt

Bevor Christian sein Ja Wort ausspricht, hält er inne, legt seine Hand auf sein Herz … ich will mich grad mal mit mir verbinden und schauen, was ich Dir hier sagen will … ich weiß nicht mehr die Worte, es ging irgendwie um einen gemeinsamen Entwicklungsweg, um gemeinsam ein Beitrag zu sein, um diesen Ort „Erde“ ein wenig friedlicher zu machen. Ich bin tief berührt, Christian hat Tränen in den Augen.

Mein Michel (9) ist dabei, hat vor dem Standesamt noch unsere Ringe bekommen und holt sie aus dem Schmucknetz, gibt sie uns. Wir „tauschen“ die Ringe. Meinen goldenen Ring hat Christian „perfekt“ geschmiedet, so wie ich es wollte. Ich habe Christians silbernen Ring perfekt unperfekt mit vielen Dellen geschmiedet, so wie Christian es wollte. Gemeinsam ist eine Wellenlinie in den Ringen. Das Verbindende in unserer Unterschiedlichkeit.

Ich stecke Christian seinen Ring an den Finger. Mein Eheversprechen – was von Liebe ist dabei, Treue, zueinanderstehen, das Leben miteinander verbringen. Wir wollen uns wertschätzen und gegenseitig unterstützen auf unserem gemeinsamen Weg. Erst spüren – dann sprechen. 

Ja, ich will – ein berührender Moment, ein tiefer Augen Blick. Mit Tränen in den Augen und einem warmen Gefühl im Herzen. Verbundenheit, Nähe und Vertrauen in dem Moment voll erfüllt. Eine schöne Hoch-Zeit.

Das Leben feiern – Die Liebe feiern
Das Leben liebevoll tanzen




Heute schreibt Dir Heidi, Mama von 5 Kindern, Trainerin für Achtsame Kommunikation und Mediatorin aus Leidenschaft. Sie lebt mit Christian und Ihrem Sohn (9) am Bodensee.

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