Artikel von Simone Otterbein

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"Keiner mag mich!“ oder: Was hat Innere Kind-Arbeit mit Achtsamer Kommunikation (GFK) zu tun?


Seit meinem 4. Lebensjahr lebte ich in einer Nachbarschaft, in der es viele Kinder gab, die sich immer zum Spielen auf der Straße trafen. In meiner Erinnerung durfte ich immer nur dann mitspielen, wenn sie noch jemanden brauchten, um vernünftig spielen zu können. Während meiner gesamten Grundschulzeit erlebte ich sehr häufig Situationen, in denen es hieß, ich dürfe nicht mitspielen. Wie ein begossener Pudel schlich ich von dannen, wenn ich mal wieder zu hören bekam: „Nein, wir wollen nicht, dass du mitspielst“ oder: „Hier ist kein Platz für dich!“


Dann ging ich in den Wald und kletterte auf meinen geliebten Baum: völlig verzweifelt vergoss ich unzählige Tränen und fragte mich immer wieder, was nur falsch mit mir war, dass ich nie mitspielen durfte. Die Frage aller Fragen setzte sich in meinem Kopf fest: WARUM? WARUM? WARUM? Warum nur mag mich keiner?


In meiner Erinnerung muss ich mich unendlich einsam und zutiefst traurig gefühlt haben und von schlimmen Zweifeln geplagt: „Was stimmt nur nicht mit mir? Warum nur lassen sie mich nicht mitspielen?“

„Ich gehöre nicht dazu, bin ein totaler Außenseiter und deshalb de facto einfach nicht liebenswert. Niemand mag mich. Ich bin völlig allein.“
Diese Überzeugungen brannten sich tief in meinen Körper ein
: in jeder Zelle meines Körpers waren sie gespeichert. Das war mir damals aber natürlich nicht bewusst.


Leider haben solche Überzeugungen die Eigenschaft, sich im Alltag immer wieder selbst bestätigen zu wollen: Wenn wir in unserem tiefsten Inneren die Überzeugung haben, dass niemand uns mag, dann generieren wir im Außen immer wieder Situationen, mit denen wir diesen Glaubenssatz selbst bestätigen. Darüber hinaus ist unsere Wahrnehmung immer selektiv, das heißt, dass wir in der Regel das wahrnehmen, was wir ohnehin schon glauben. Wir
inszenieren uns dann immer wieder selbst als Opfer.


Wann immer ich in meinem späteren Leben in Gruppenkontexten mit (neuen) Menschen zusammentraf, muss ich irgendetwas ausgestrahlt haben, das die Menschen dazu veranlasste, sich von mir eher fern zu halten. Meine Bedürftigkeit führte wohl dazu, dass die Menschen den Eindruck hatten, sie müssten mich „retten“. Und das wirkte abstoßend. Und je mehr sie sich zurückzogen, umso tiefer versank ich wieder in meinem alten Schmerz:
es stimmte also wirklich, dass mich keiner mochte!


Nachdem ich diese Geschichte schon unzählige Male den verschiedensten Therapeuten erzählt hatte, wusste ich
kognitiv schon lange, dass dieser Glaubenssatz in seiner Allgemeingültigkeit nicht mehr stimmte. Doch trotz dieses Wissens veränderte sich mein Erleben nur sehr, sehr langsam und mein Alltag war nach wie vor stark beeinträchtigt.


Erst durch die
tiefgehende Prozessarbeit auf Basis der Achtsamen Kommunikation änderte sich nachhaltig etwas:
Ich kam immer tiefer mit diesem alten Schmerz in Kontakt, der der Schmerz meines inneren Kindes war, das schluchzend auf dem Baum saß und sich
einsam, verlassen und verzweifelt fühlte. Der Unterschied war, dass ich jetzt nicht mehr nur darüber erzählte, sondern wirklich tief ins Fühlen dieses Schmerzes kam. Der Schmerz durfte da sein und wurde gesehen. Und es wurde mir (bzw. meinem erwachsenen Anteil) bewusst, wie angsteinflößend und existenziell bedrohlich diese Situationen für mich als Kind gewesen sein müssen.


Und dann kam die erlösende Frage:
Was hätte ich damals gebraucht? Welche Bedürfnisse sehnten sich nach Erfüllung? Ich wollte so sehr dazugehören, willkommen und angenommen sein, gemocht werden….und letzten Endes die Gewissheit haben, dass ich ok bin wie ich bin….ein tiefes Urvertrauen in mich selbst….geborgen und sicher sein…. Und dann war da noch diese Sehnsucht nach Leichtigkeit – danach, einfach spielen zu dürfen und mir keine Gedanken zu machen….einfach nur sein zu dürfen….


Ich drehte dann viele Schleifen, zwischen der Trauer darüber, dass diese Bedürfnisse damals gerade nicht erfüllt waren, und der positiven Energie, die ich verspürte, wenn ich mich mit der Qualität dieser Bedürfnisse verband: Rosenberg nannte das die
Schönheit der Bedürfnisse („The beauty of the needs“), die zu einer Entspannung im Körper führt, sobald wir uns mit den Bedürfnissen verbinden – ganz unabhängig davon, ob diese im Moment (schon) erfüllt sind oder nicht.
Verstärken können wir dieses Gefühl dann noch dadurch, dass wir uns vorstellen,
wie es sich anfühlt, wenn ein bestimmtes Bedürfnis, das im gegenwärtigen Moment die größte Resonanz auslöst, vollumfänglich erfüllt ist.
Alternativ (oder ergänzend) kann auch der erwachsene Anteil das kleine Kind gedanklich in den Arm nehmen und ihm versichern, dass er von nun an für das Kind da ist, dass es sicher und geborgen ist und dass sich der erwachsene Anteil zuverlässig um es kümmern wird.


Auch wenn diese Art von Prozess zum Teil sehr schmerzhaft ist, so hat sie mich jedes Mal ein weiteres Stück näher zu mir selbst gebracht und es konnte wieder ein kleines Stückchen mehr in mir heilen.


Und wenn es heute mal wieder Momente gibt, in denen der alte Glaubenssatz aktiviert wird, dann bemerke ich das sofort, erkenne meine damit zusammenhängenden Gedanken und kann mich dann sehr schnell um mein inneres Kind kümmern, das sich da gerade wieder meldet.


Wie ist das bei dir? Kennst du auch solche Erfahrungen? 

Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen.


Wenn du Fragen hast oder dich austauschen möchtest, kontaktiere mich gerne. 


Liebe Grüße,
Simone
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-- Christian Hinrichsen -- Gründer und Inhaber der Akademie Achtsame Kommunikation, Diplomkaufmann Kommunikationstrainer, Einzel- und Teamcoach, Mediator für privat, Kita, Schule, soziale Einrichtung und Firmen aller Art

 

 

  

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 
 
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