Artikel von Simone Otterbein

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Warum kann ich nicht empathisch sein?
(Frage eines Teilnehmers)


In einem meiner Grundlagenkurse war ein Teilnehmer ganz betrübt darüber, dass es ihm in der letzten Woche in einem Konflikt mit seiner Chefin nicht gelungen war, wirklich nachhaltig empathisch mit seiner Chefin zu sein, obwohl er sich das so fest vorgenommen hatte. Vor die Empathie schob sich immer wieder ein latentes Ärgergefühl, als er die Situation abends zu Hause reflektierte. Er war doch grundsätzlich ein sehr einfühlsamer Mensch. Weshalb gelang es ihm dieses Mal nicht?

Kennst du das auch? Dass du nach einem Konflikt die feste Absicht hast, dich in deinen „Konfliktpartner“ hineinversetzen und wirklich verstehen zu wollen, wie sich die Situation aus seiner Sicht dargestellt haben könnte? Oder vielleicht auch der Anspruch, in einer kritischen Situation sofort die Perspektive wechseln zu können?


Ich habe das selbst schon oft erlebt und kenne es auch von den meisten meiner KursteilnehmerInnen und Coachees: solange es in uns selbst noch brodelt oder arbeitet, ist es nahezu ausgeschlossen, wirklich mit ganzem Herzen bei der anderen Person sein zu können.
Erst, wenn wir selbst Empathie bekommen haben, für das, was uns zutiefst bewegt, können wir wirklich mitfühlend mit einer anderen Person sein. Dabei kann die Empathie von außen oder auch von mir selbst kommen. 

Eine Ausnahme gilt für mich, wenn Kinder gerade in einer starken Emotion sind: dann ist es wichtig, erstmal das Kind dort abzuholen, wo es gerade steht, und mein Eigenes (möglichst) zu parken. Und mich dann später – wenn sich die Wogen wieder geglättet haben – noch mal mit meinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen. 

In allen anderen Fällen gilt für mich: 

Selbstempathie geht vor Fremdempathie, oder: Keine Empathie für Abwesende, solange Anwesende noch in Not sind!


Allerdings setzt das voraus, überhaupt zu bemerken, noch in „Not“ zu sein. Häufig ist es ein untrügliches Zeichen, wenn die Gedanken immer, und immer wieder zu einer Situation zurückkehren und Urteile auftauchen; oder wenn es – wie im oben genannten Eingangsbeispiel - nicht gelingt, sich empathisch in den anderen einzufühlen, weil man selbst noch sauer oder frustriert ist.


Zunächst wird die Selbstempathie vermutlich erst in zeitlichem Abstand zu einer schwierigen Situation möglich sein, mit zunehmender Übung kann es dann aber auch immer öfter gelingen, auch schon gleich in der Situation selbst zu spüren, was in mir los ist und mich mit dem zu verbinden, was mir wirklich wichtig ist.


Hier ist Marshall Rosenberg mein großes Vorbild. 

Es gibt eine Geschichte von einer seiner Veranstaltungen, auf der sich ein Mann mehrfach und mit einer hohen Intensität abwertend über Marshall und seine Arbeit geäußert hat. Marshall hat dem Mann immer wieder Empathie gegeben. Diese Sequenz hat sich mehrfach wiederholt und die anderen TeilnehmerInnen haben beobachtet, dass Marshall nicht ein einziges Mal aus der Haut gefahren ist. Später haben ihn die Menschen gefragt, wie er das nur machen würde, dass er sich gar nicht mehr ärgere, wenn er sogar persönlich angegriffen werde.

Seine Antwort war: „Ich habe mich jedes Mal wieder aufs Neue geärgert; z.T. auch ganz massiv. Allerdings hab‘ ich es bemerkt und mir in dem Moment ganz kurz Selbsteinfühlung gegeben, meinen Schmerz wahrgenommen und dann konnte ich mich (und mein Herz) wieder für den anderen öffnen.“


Wie ist das bei dir? Bemerkst du, wenn im Alltag Trigger auftreten? Bist du in der Lage, dir dann gleich Empathie zu geben? Befolgst du die Empfehlung "Selbstempathie geht vor Fremdempathie"? Ich würde mich freuen, von deinen Erfahrungen zu hören.

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