Duzen oder Siezen: ein Entscheidungsprozess mithilfe der Achtsamen Kommunikation

(GFK nach Rosenberg)


Ich, Simone, habe seit November 2021 die Aufgabe in unserer Akademie übernommen, den Newsletter zu schreiben. Dabei bin ich gleich zu Beginn auf eine grundlegende Frage gestoßen, bei der ich innerlich hin- und hergerissen bin: Soll ich in der bisherigen „Sie“-Form bleiben oder auf meine eigene Art des Schreibens in der „Du“-Form umstellen, weil ich gemerkt habe, dass ich mich mit dem „Du“ wesentlich wohler fühle?


Ich wollte nicht einfach nur aus dem Bauch heraus eine Entscheidung treffen, sondern mithilfe der GFK herausfinden, welche Bedürfnisse meine verschiedenen inneren Anteile haben, diese würdigen und dann bewusst eine Entscheidung treffen.


Während des Prozesses haben sich zwei Seiten in mir gezeigt:

Es gibt einen Teil, der es gerne leicht hätte und der sich danach sehnt, beim Schreiben in einen „Flow“ zu kommen. Dies gelingt mir deutlich leichter, wenn ich Texte in der Du-Form schreiben kann. Das entspricht mir einfach mehr und erscheint mir authentischer. Darüber hinaus sind wir mit all unseren TeilnehmerInnen und KlientInnen per „Du“ und auch auf der GFK Online Lernen-Seite verwenden wir das „Du“. Insofern fühlt es sich für mich einfach stimmiger an und trägt zur Klarheit bei, wenn wir in unserer Kommunikation durchgängig das „Du“ verwenden.


Dann hat sich aber der andere Teil gemeldet, der davon ausgeht, dass es unter den EmpfängerInnen dieses Newsletters vermutlich einige Menschen gibt, die bislang noch an keinem unserer Angebote teilgenommen haben, die uns also (noch) nicht persönlich kennen und nicht wissen, dass die übliche Anrede bei uns das „Du“ ist. Was, wenn es diesen Menschen unangenehm ist, wenn sie einfach so geduzt werden?


Wie ist das für Sie? Fühlen Sie sich angesprochen? Wenn ja, dann könnte ich mir vorstellen, dass es für Sie ein Ausdruck von Respekt ist, wenn Sie mit der Höflichkeitsform „Sie“ angesprochen werden?


Während ich das schreibe, merke ich, wie sich etwas in mir entspannt: wenn das Siezen eine Strategie ist, um das Bedürfnis nach Respekt zu erfüllen, dann müsste es ja auch noch andere Strategien geben, um dieses Bedürfnis erfüllen zu können. Ich kann z. B. meine diesbezügliche Haltung hier explizit sichtbar machen: Ich möchte grundsätzlich gerne offen sein für andere Sichtweisen und jedem Menschen mit Respekt begegnen, unabhängig davon, ob er gerne geduzt oder gesiezt werden möchte. Und es ist mir wichtig, auf alle Rücksicht zu nehmen und sicherzustellen, dass alle mitgenommen werden.


Wenn Sie zu den Menschen gehören, die sich mit dem Siezen wohler fühlen: Verändert die Offenlegung meines inneren Prozesses und meiner Haltung etwas für Sie? Welche Bedürfnisse erfüllen sich für Sie, wenn Sie gesiezt werden?


Was hat mir all das in-mich-Hineinhorchen und das Hineinversetzen in einige LeserInnen denn nun gebracht? Mir ist klar geworden, welche Bedürfnisse ich mir selbst erfülle, wenn ich die Anrede im Newsletter auf „Du“ umstelle und gleichzeitig bin ich hoffnungsfroh, dass ich zahlreiche LeserInnen durch die Offenlegung meiner eigenen Bedürfnisse, Gedanken und Motive abholen konnte und sich ihr Bedürfnis nach gesehen und berücksichtigt werden dadurch erfüllt. Deshalb fühlt es sich für mich gut an, ab jetzt zum „Du“ überzugehen.


Auch wenn jetzt noch eine kleine Unsicherheit zurückbleibt, so bin ich doch im Vertrauen, dass meine Beweggründe (Erfüllung der Bedürfnisse nach Leichtigkeit, Authentizität, Kreativität im Flow und Klarheit) nachvollziehbar sind und hoffe auf das Verständnis der EmpfängerInnen, dass ich den Newsletter offiziell von „Sie“ auf „Du“ umstellen werde.


Und vielleicht gibt es ja auch einige unter den LeserInnen, die sich denken: „Na endlich! Da habe ich schon lange drauf gewartet!“



Nimm gerne Kontakt mit Simone auf unter 

kontakt[at]simone-otterbein.de bzw. 0151/44 34 91 59 oder 

mit Christian unter

AkademieAchtsameKommunikation[at]t-online.de oder 0176/44434014


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Inhaber der Akademie Achtsame Kommunikation ist Christian Hinrichsen. Alle anderen TrainerInnen sind unabhängig und frei. Sie treten unter diesem Dach gemeinsam auf und handeln wirtschaftlich auf eigene Rechnung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

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